Linderung der Symptome einer Zwangsstörung durch EMDR per Videokonferenz

Logbuch – EMDR-PEPS-Praxis

Wenn der Kopf nicht mehr mitmacht … trotz aller Bemühungen

Eine Person in einer EMDR-Fernberatung, die während einer Videokonferenz zum Thema Zwangsstörung Notizen macht

Bei der Zwangsstörungstelle ich mir oft ein System vor, das sich immer wieder auf dieselbe Information konzentriert, ohne sie jemals vollständig bestätigen zu können.

Der Gedanke taucht auf. Er lässt nicht locker. Er kehrt immer wieder zurück. Und das System versucht, darauf zu reagieren. Zu überprüfen. Zu kontrollieren. Zu beruhigen. Aber nichts hält auf Dauer an.

In EMDR-Telekonsultationsprechen die Patienten nicht nur über Gedanken. Sie berichten von einem inneren Druck, von einem Handlungszwang, um etwas wieder unter Kontrolle zu bringen.

Als ob der Verstand versuchen würde, ein Problem zu lösen … das sich nicht lösen lässt.

In meiner EMDR-PEPS-Praxis wird die Zwangsstörung niemals als übermäßiges Nachdenken betrachtet. Sie wird vielmehr als ein System verstanden, das versucht, innere Spannungen durch sich wiederholende Schleifen zu regulieren.

Diese Lesart ermöglicht es, präzise zu arbeiten, auch bei Videokonferenzen.

Die Zwangsstörung verstehen

Ein System, das die Informationen niemals überprüft

Eine Zwangsstörung beruht auf einem einfachen Mechanismus. Ein aufdringlicher Gedanke taucht auf. Er löst eine Anspannung aus. Das System versucht, diese zu verringern. Durch eine Handlung. Durch eine Überprüfung. Durch ein Ritual.

In der Praxis lässt sich immer wieder dieselbe Logik beobachten: Die Antwort reicht nie aus. Der Gedanke kehrt zurück. Die Symptome werden dann zu Indikatoren:

  • Wiederkehrende Gedanken
  • Muss noch überprüft werden
  • Mentale oder verhaltensbezogene Rituale
  • Anhaltende Zweifel

Die klinische Erfahrung zeigt, dass das Problem nicht im Gedanken selbst liegt. Vielmehr ist es dem System unmöglich, ihn als „behandelt“ einzustufen.

Lassen Sie uns zunächst gemeinsam darüber sprechen.

Die Rolle von EMDR bei der Behandlung von Zwangsstörungen

An der Quelle der Schleife eingreifen

EMDR zielt nicht darauf ab, Gedanken zu unterdrücken. Es wirkt auf das ein, was sie nährt.

Bei einer Zwangsstörung stehen die Zwangsgedanken oft im Zusammenhang mit einer ungelösten inneren Anspannung. Die Arbeit besteht darin:

  • Erkennen, wann die Schleife aktiviert wird
  • Die damit verbundenen Situationen identifizieren
  • Auf die betroffenen Speicher zugreifen
  • Eine Regulierung ermöglichen

Diese Arbeit setzt an der Quelle an. Man kämpft nicht gegen das Denken an. Man verringert die Notwendigkeit für das System, es zu erzeugen.

EMDR per Videokonferenz – eine geeignete Methode

An den Auslösern arbeiten

Im Rahmen einer Zwangsstörung treten die Gedanken und Rituale im Alltag auf. Die Videokonferenz ermöglicht es, direkt in diesem Kontext zu arbeiten. Der Patient befindet sich in:

  • Sein gewohnter Aufenthaltsort
  • Seine realen Situationen
  • Seine konkreten Auslöser

Dieser Rahmen ermöglicht:

  • Die Momente der Aktivierung zu beobachten
  • So nah wie möglich an der Realität zu agieren
  • Die Arbeit in Echtzeit anzupassen

Die Videokonferenz erleichtert den Zugang zu problematischen Situationen.

Möchten Sie herausfinden, ob EMDR per Videokonferenz für Sie geeignet ist? Lassen Sie uns gemeinsam eine erste Zeit des Austauschs nehmen.

Wie bereitet man sich auf die Therapie vor?

Verstehen, ohne sich anzustrengen

Bei einer Zwangsstörung verschlimmert der Wunsch nach mehr Kontrolle oft die Situation. Das System ist bereits überkontrolliert. Die erste Sitzung ermöglicht es:

  • Die Hauptschleifen ausfindig machen
  • Aktivierungsmomente identifizieren
  • Die Gesamtfunktionsweise verstehen

Bei dieser Arbeit geht es nicht darum, die Rituale sofort abzuschaffen. Es geht darum, zu verstehen, was sie aufrechterhält.

Schlussfolgerung

Wenn der Verstand nicht mehr nachprüfen muss

Eine Zwangsstörung ist kein Willensproblem. Es handelt sich um ein System, das versucht, sich mit unwirksamen Mitteln zu regulieren.

EMDR per Videokonferenz ermöglicht es, direkt an den betroffenen Hirnkreisläufen zu arbeiten und dabei die tatsächlichen Erfahrungen zu berücksichtigen.

Wenn die innere Anspannung nachlässt, verlieren die Gedanken an Intensität. Und die Verhaltensweisen werden weniger notwendig.

Möchten Sie sich mit aufdringlichen Gedanken oder hartnäckigen Ritualen auseinandersetzen? Bei einem ersten Gespräch lässt sich einschätzen, ob diese Art der Begleitung für Sie geeignet ist.


Kommentare lesen (0)

Seien Sie der Erste, der reagiert

Wird nicht veröffentlicht

Gesendet !

Neueste Artikel

Trauma und Spitzensport: EMDR, um die gläserne Decke zu durchbrechen

Trauma und Spitzensport: EMDR, um die gläserne Decke zu durchbrechen

23. Juni 2026

Tagebuch – EMDR-PEPS-Praxis
Wenn alles bereit ist … außer dem Sprung auf die nächste Stufe

Wenn ich an Spitzensport denke, habe ich oft das Bild eines Athleten vor Augen...

Sportliches Burn-out und Blockaden: Bewegung durch EMDR wiederherstellen

Sportliches Burn-out und Blockaden: Bewegung durch EMDR wiederherstellen

18. Juni 2026

Tagebuch – EMDR-PEPS-Praxis
Wenn die Maschine ohne Vorwarnung ins Stocken gerät

Wenn ich an ein sportliches Burn-out denke, kommt mir oft das Bild eines Motors in den Sinn, der auf Hochtouren läuft...

Kategorien