Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) mit EMDR per Videokonferenz

Logbuch – EMDR-PEPS-Praxis

Wenn die Vergangenheit nicht vergeht … und sich weiterhin in der Gegenwart bemerkbar macht

Beispiel für eine EMDR-Sitzung per Telekonsultation bei posttraumatischem Stress

Bei einer posttraumatischen Belastungsstörung habe ich oft das Bild eines Ereignisses vor Augen, das noch nicht zu Ende ist.

Die Zeit ist vergangen. Die Rahmenbedingungen haben sich geändert. Doch das System selbst ist nach wie vor in der Vergangenheit verhaftet.

Als ob die Information nie als geheim eingestuft worden wäre.

In EMDR-Telekonsultationsprechen die Patienten nicht immer von einem „Trauma“. Sie berichten von immer wiederkehrenden Bildern, von auftauchenden Empfindungen und von unverhältnismäßigen Reaktionen auf bestimmte Situationen.

Als würde sich die Vergangenheit wiederholen … ganz ohne Vorwarnung.

In meiner EMDR-PEPS-Praxis wird PTBS niemals als schwierige Erinnerung behandelt. Sie wird als nicht integrierte Information betrachtet, die im Nervensystem noch immer aktiv ist.

Diese Lesart ermöglicht es, präzise zu arbeiten, auch bei Videokonferenzen.

Was ist eine posttraumatische Belastungsstörung?

Ein System, das im Überlebensmodus hängen geblieben ist

Eine posttraumatische Belastungsstörung tritt auf, wenn ein Ereignis die Fähigkeit des Systems zur Informationsverarbeitung übersteigt.

In diesem Moment speichert das Gehirn:

  • Bilder
  • Empfindungen
  • Gefühle

Aber ohne sie richtig zu verarbeiten. In der Praxis lässt sich immer wieder derselbe Mechanismus beobachten: Das Ereignis wird nicht als Vergangenheit verarbeitet.

Er bleibt aktiv. Die Erscheinungsformen werden dann zu Indikatoren:

  • Rückblenden
  • intensive emotionale Reaktionen
  • übermäßige Wachsamkeit
  • Ausweichen

Die klinische Erfahrung zeigt, dass das Problem nicht das Gedächtnis selbst ist, sondern die Art und Weise, wie Informationen darin gespeichert werden.

Lassen Sie uns zunächst gemeinsam darüber sprechen.

Warum EMDR der Goldstandard bei PTBS ist

Direkt an den traumatischen Netzwerken arbeiten

EMDR gilt heute als Standardansatz bei der Behandlung von posttraumatischem Stress.

Warum?

Weil sie nicht nur auf der Ebene der Erzählung wirkt. Sie greift direkt in die Art und Weise ein, wie das Ereignis kodiert wird. In einer solchen Situation besteht die Aufgabe darin:

  • Die betroffenen Netzwerke wieder aktivieren
  • Ihre Wiederaufbereitung ermöglichen
  • Die damit verbundene Belastung verringern
  • Die Integration fördern

Diese Arbeit stützt sich auf solide neuropsychologische Grundlagen. Es geht nicht darum, zu vergessen. Man ermöglicht es dem System, die Informationen einzuordnen.

EMDR per Videokonferenz: Wirksamkeit und Sicherheit

Ein geeigneter Rahmen für die Traumabehandlung

Das Thema Videokonferenzen taucht im Zusammenhang mit PTBS häufig auf. In der Praxis bietet es spezifische Vorteile. Der Patient befindet sich in einer vertrauten Umgebung:

  • sein Wohnsitz
  • sein sicherer Rückzugsort
  • seine Orientierungspunkte

Dieser Rahmen ermöglicht:

  • eine bessere Regulierung
  • ein direkterer Zugang zu den Reaktionen
  • eine schrittweise Arbeit

In unserer Praxis stellen wir fest, dass Videokonferenzen die Effizienz nicht beeinträchtigen. Oft fördern sie sogar das Engagement bei der Arbeit.

Möchten Sie herausfinden, ob EMDR per Videokonferenz für Sie geeignet ist? Lassen Sie uns gemeinsam eine erste Zeit des Austauschs nehmen.

Nach einem Trauma wieder die Kontrolle zurückgewinnen

Eine angemessene Antwort wiederherstellen

Nach einem traumatischen Ereignis reagiert das System so, als ob die Gefahr noch immer bestünde. Auch wenn dies nicht mehr der Fall ist. Die Symptome werden dann zu Signalen:

  • unverhältnismäßige Reaktionen
  • Schwierigkeiten, sich sicher zu fühlen
  • Gefahrenerkennung
  • Kontrollbedürfnis

Die EMDR-Therapie umfasst Folgendes:

  • Automatische Antworten deaktivieren
  • die Hypervigilanz verringern
  • eine angemessene Wahrnehmung wiederherstellen

Erinnerungen lassen sich nicht auslöschen. Man verändert lediglich die Reaktion, die sie auslösen.

Schlussfolgerung

Wenn die Vergangenheit wieder ihren Platz findet

Eine posttraumatische Belastungsstörung ist keine Schwäche. Es handelt sich um ein System, das ein Erlebnis nicht verarbeiten konnte.

Mit EMDR per Videokonferenz lassen sich diese Prägungen direkt bearbeiten – in einem sicheren und geeigneten Rahmen.

Wenn Informationen neu verarbeitet werden, verschwindet die Vergangenheit nicht. Aber sie drängt sich nicht mehr auf. Und die Gegenwart wird wieder zugänglich.

Möchten Sie ein traumatisches Erlebnis oder anhaltende Reaktionen aufarbeiten? Bei einem ersten Gespräch lässt sich einschätzen, ob diese Art der Begleitung für Sie geeignet ist.


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