Sport und Verletzungen: Wenn der Körper sich weigert, wieder auf den Platz zurückzukehren
Wenn der Körper bereit ist … aber das System bremst
Logbuch – EMDR-PEPS-Praxis
Wenn ich an Sportverletzungen denke, kommt mir oft das Bild eines reparierten Autos in den Sinn … bei dem die Handbremse noch angezogen ist.
Der Motor läuft. Die Teile sind ausgetauscht. Die Ampel steht auf Grün.
Aber irgendetwas hindert uns daran, voll und ganz voranzukommen.
In EMDR-Fernkonsultationen sprechen Sportler selten direkt von „Angst “. Sie beschreiben vielmehr eine Zurückhaltung, ein Zögern, eine Bewegung, die nicht mehr so fließt wie früher.
Als ob der Körper zwar wüsste, wie es geht … aber das Risiko nicht mehr eingehen wollte.
In meiner EMDR-PEPS-Praxis wird diese Art von Blockade niemals als Mangel an Selbstvertrauen betrachtet. Sie wird als eine Spur des Unfalls gedeutet, die im Nervensystem noch immer wirksam ist.
Dank dieser Interpretation ist eine präzise Arbeit möglich, auch im Rahmen einer Beratung per Videokonferenz.
Sport und Verletzungen
Wenn körperliche Heilung nicht ausreicht
Nach einer Verletzung ist das Vorgehen klar: Rehabilitation. Kräftigung. Ärztliche Freigabe.
Der Körper ist bereit. Und doch beobachten wir in der Praxis immer wieder dieselbe Situation: Die Bewegungsfähigkeit kehrt nicht vollständig zurück.
Die Ereignisse werden dann zu Indikatoren:
- Angst vor einem Eingriff
- Zögern beim Engagement
- Änderung der Bewegung
- Verlust der Geschmeidigkeit
Die klinische Erfahrung zeigt, dass eine körperliche Heilung keine Wiederherstellung der Bewegungsfähigkeit garantiert.
Möchten Sie mehr über EMDR erfahren? Lassen Sie uns zunächst gemeinsam darüber sprechen.
Der Wendepunkt
Ein Moment, der in Erinnerung bleibt
In den meisten Fällen gibt es einen bestimmten Moment: den Unfall. Den Sturz. Den Aufprall.
Dieser Moment ist mit einer starken emotionalen und sensorischen Ladung verbunden. In der Praxis ist nicht das Ereignis an sich das Problem. Es ist die Art und Weise, wie es im System nachwirkt.
Das Gehirn behandelt es nicht als vergangene Erinnerung. Es bewahrt es als Referenz auf.
Was unter der Haube passiert
Ein System, das Wiederholungen vorhersieht
Das Nervensystem hat eine einfache Aufgabe: zu verhindern, dass sich das wiederholt.
Ausgehend von dem ursprünglichen Ereignis baut er eine Assoziation auf: Bewegung = potenzielle Gefahr
Auch wenn die Verletzung verheilt ist, kann diese Assoziation bestehen bleiben. In der Praxis lässt sich immer dieselbe Logik beobachten: Der Körper bremst, noch bevor eine bewusste Entscheidung getroffen wird.
Die Symptome werden dann zu Warnsignalen:
- Muskelverspannung
- Verlangsamung der Bewegung
- Verlust der Spontaneität
- Übermäßige Kontrolle
Wenn man diese Aspekte nicht als Schutzreaktion versteht, können sie als Rückschritt interpretiert werden.
Die Rolle von EMDR bei dieser Art von Problemen
Die Unfallspuren beseitigen
EMDR zielt nicht darauf ab, „das Selbstvertrauen wiederherzustellen“. Die Therapie wirkt auf das gespeicherte Bild des Ereignisses ein. In solchen Situationen besteht die Arbeit darin:
- Den genauen Zeitpunkt des Unfalls ermitteln
- Zu den zugehörigen sensorischen Elementen wechseln
- Mit der emotionalen Belastung umgehen
- Systemaktualisierung zulassen
Diese Arbeit verändert die Art und Weise, wie das Gehirn die Situation wahrnimmt.
Man sollte die Bewegung nicht erzwingen.
Man beseitigt alles, was seine Entfaltung behindert.
EMDR per Videokonferenz: eine Arbeit, die direkt mit dem Körper verbunden ist
Die Bewegung in der Umgebung beobachten
Im sportlichen Bereich ermöglicht die Videokonferenz ein konkretes Training.
Der Sportler befindet sich in seiner Umgebung:
- bei sich zu Hause
- an seinem Trainingsort
- unter realen Bedingungen
An dieser Stelle kommen die Reaktionen ins Spiel. Dieser Rahmen ermöglicht:
- eine genaue Beobachtung der Mikro-Reaktionen
- eine Tätigkeit, die unmittelbar mit der praktischen Ausführung zusammenhängt
- eine schrittweise Integration
Die Entfernung ist kein Hindernis. Oft sorgt sie sogar für eine bessere Erreichbarkeit.
Beispiel für eine Begleitung
Wenn die Bewegung nicht mehr funktioniert
Ich betreue zum Beispiel einen Sportler, der nach einer ärztlich bestätigten Verletzung wieder mit dem Training begonnen hat. Objektiv gesehen ist alles in Ordnung.
Und doch gibt es nach wie vor eine Blockade:
- ein Zögern vor dem Sprung
- ein Verlust an Geschmeidigkeit
- ein Bremsgefühl
In der Sitzung ging es nicht um die Darbietung. Es ging um den Moment des Unfalls. Um das konkrete Bild. Um die damit verbundenen Empfindungen.
Im Zuge der Aufarbeitung dieses Prägungsmusters kehrte die Bewegung ohne bewusste Anstrengung zurück.
Die Arbeitslogik
Die Bewegung eher freisetzen als kontrollieren
Angesichts einer solchen Blockade ist es oft wirkungslos, das System zu zwingen oder zu rationalisieren. Dem System fehlen keine Informationen. Es befindet sich im Schutzmodus.
Die EMDR-Therapie umfasst:
- die Gefahrenzuordnung deaktivieren
- die Vorfreude dämpfen
- den reibungslosen Ablauf wiederherstellen
Man zwingt den Körper nicht dazu, sich darauf einzulassen. Man ermöglicht es ihm, nicht mehr bremsen zu müssen.
Die erste Sitzung vorbereiten
Präzise arbeiten
In solchen Situationen bietet die erste Sitzung folgende Möglichkeiten:
- den entscheidenden Moment erkennen
- körperliche Reaktionen erkennen
- die Funktionsweise des Systems verstehen
Die Arbeit wird präzise ausgeführt. Das Arbeitstempo ermöglicht eine schrittweise Wiedereingliederung.
Schlussfolgerung
Wenn Bewegung wieder ganz natürlich wird
Eine Blockade nach einem Sportunfall ist kein Mangel an Willenskraft. Es handelt sich um eine Reaktion des Nervensystems, die auch nach der körperlichen Genesung noch anhält.
EMDR per Videokonferenz ermöglicht es, direkt an den Spuren des Unfalls zu arbeiten. Wenn diese Spuren verarbeitet sind, kehrt die Bewegungsfähigkeit zurück. Ganz ohne Anstrengung.
Aber weil das System nicht mehr bremsen muss.
Möchten Sie herausfinden, ob eine Blockade nach einer Verletzung vorliegt? Bei einem ersten Gespräch können wir gemeinsam einschätzen, ob diese Art der Begleitung für Sie geeignet ist.


