Angst vor öffentlichen Verkehrsmitteln, vor dem Fliegen oder vor geschlossenen Räumen: Wie EMDR per Videokonferenz Ihnen helfen kann
Wenn der Körper Nein sagt … noch bevor es überhaupt losgeht
Logbuch – EMDR-PEPS-Praxis
Bei spezifischen Phobien stelle ich mir oft ein System vor, das Alarm auslöst … ohne abzuwarten, bis die Situation tatsächlich gefährlich ist.
Das Ticket ist gekauft. Die Reise ist geplant. Die Tür ist noch nicht einmal geschlossen.
Und schon reagiert der Körper.
Per EMDR-Telekonsultationsprechen die Patienten nicht nur von Angst. Sie sprechen von einem plötzlichen Hoch, einem Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt, einem Gefühl, dass „es aus dem Ruder laufen wird“.
Als ob die Situation bereits eintreten würde.
In meiner EMDR-PEPS-Praxis werden diese Phobien niemals als irrationale Ängste behandelt. Sie werden als Reaktionen des Nervensystems interpretiert, die auf starken Assoziationen beruhen, die oft aus prägenden Erfahrungen entstanden sind.
Nur so kann man effizient arbeiten, auch bei Videokonferenzen.
Phobien und ihre Ursachen verstehen
Eine schnelle Verknüpfung zwischen Situation und Gefahr
Bei einer Phobie stellt das System eine direkte Verbindung her:
- Flugzeug = Gefahr
- geschlossener Raum = Kontrollverlust
- Transport = Unmöglichkeit der Flucht
Dieser Zusammenhang entsteht nicht durch Nachdenken. Er ist automatisch.
In der Praxis lässt sich immer wieder derselbe Mechanismus beobachten: Die Reaktion erfolgt, noch bevor die Person Zeit hat, die Situation zu analysieren. Die Symptome werden dann zu Indikatoren:
- Herzrasen
- Beklemmungsgefühl
- Fluchtgedanken
- Kontrollverlust
Die klinische Erfahrung zeigt, dass Angst nicht mit der tatsächlichen Gefahr zusammenhängt. Sie hängt vielmehr damit zusammen, wie das System gelernt hat, die Situation zu interpretieren.
EMDR – ein wirksamer Ansatz gegen Phobien
Die Assoziation ändern, anstatt gegen die Angst anzukämpfen
EMDR zielt nicht darauf ab, zu beruhigen. Es wirkt auf die Assoziation selbst ein.
In solchen Situationen besteht die Aufgabe darin,
- die Erlebnisse identifizieren, die die Angst ausgelöst haben
- auf die zugehörigen sensorischen Elemente zugreifen
- mit der emotionalen Belastung umgehen
- die Möglichkeit eines Korrekturlesens bieten
Diese Arbeit verändert die automatische Reaktion. Die Situation wird nicht beseitigt. Vielmehr wird die Art und Weise verändert, wie sie erlebt wird.
EMDR per Videokonferenz: praktisch und vertrauensbildend
Arbeiten ohne plötzliche Belastung
Bei Phobien ist der Rahmen entscheidend. Die Videokonferenz ermöglicht es, daran zu arbeiten:
- in einer vertrauten Umgebung
- ohne unmittelbare direkte Sonneneinstrahlung
- mit einer Steuerung des Tempos
In der Praxis lässt sich beobachten, dass dieser Rahmen das Engagement fördert. Der Therapeut kann sich der Situation nähern, ohne sich überfordert zu fühlen. Dieser Rahmen ermöglicht:
- ein sanfterer Anstieg
- eine bessere Regulierung
- ein stabileres Engagement
Möchten Sie herausfinden, ob EMDR per Videokonferenz für Sie geeignet ist? Lassen Sie uns gemeinsam eine erste Zeit des Austauschs nehmen.
Sich auf die Desensibilisierung vorbereiten
Vorankommen, ohne sich zu überanstrengen
Bei Phobien kann es kontraproduktiv sein, sich der Situation direkt zu stellen. Das System muss erst verstehen, bevor es handeln kann. Die erste Sitzung ermöglicht es:
- Auslöser erkennen
- die wichtigsten Momente herausarbeiten
- die Funktionsweise des Systems verstehen
Die EMDR-Arbeit erfolgt dann schrittweise. Man drängt den Klienten nicht dazu, sich der Situation zu stellen. Man bereitet das System darauf vor, nicht mehr auf dieselbe Weise zu reagieren.
Schlussfolgerung
Wenn die Situation keinen Alarm mehr auslöst
Spezifische Phobien sind kein Zeichen von Feigheit. Es handelt sich um Reaktionen des Nervensystems, die auf starken Assoziationen beruhen. Mit EMDR per Videokonferenz kann man in einem sicheren Rahmen direkt an diesen Assoziationen arbeiten.
Wenn sich diese Verbindungen ändern, verliert die Situation ihren bedrohlichen Charakter. Und was zuvor unzugänglich war, wird nun zugänglich.
Möchten Sie sich mit einer Angst auseinandersetzen, die Sie im Alltag einschränkt? Bei einem ersten Gespräch können wir gemeinsam herausfinden, ob diese Art der Begleitung für Sie geeignet ist.


