Generalisierte Angstzustände: Wie kann EMDR per Videokonferenz helfen?


Logbuch – EMDR-PEPS-Praxis

Wenn das Nervensystem mit eingeschaltetem Alarm lebt

EMDR per Videokonferenz bei generalisierter Angststörung

Bei generalisierter Angst habe ich oft das Bild eines Hauses vor Augen, dessen Alarm eines Tages ausgelöst wurde ... und nie zurückgesetzt wurde. Der Sturm ist vorbei. Die Mauern stehen noch. Die Türen sind verschlossen. Aber der Alarm heult weiter, als ob die Gefahr noch immer da wäre.

Bei einer EMDR-Telekonsultationsprechen Patienten selten von einer bestimmten Angst. Sie beschreiben eher ein Hintergrundgeräusch, eine ständige Anspannung, einen Körper, der in Habachtstellung bleibt. Wie ein Schnellkochtopf, der auf dem Herd steht, mit festsitzendem Ventil, unter ständigem Druck.

In meiner EMDR-PEPS-Praxiswird diese Art von Angst nie nur aus einem einzigen Blickwinkel betrachtet. Sie wird anhand mehrerer, ständig miteinander verbundener Ebenen betrachtet.
Durch diese Verknüpfung ist es möglich, über eine einfache Linderung der Symptome hinauszugehen, auch im Rahmen einer internationalen Videobehandlung.

Was ist generalisierte Angststörung?

Ein Motor, der läuft, ohne jemals in den Leerlauf zu schalten

Generalisierte Angst ist kein übermäßiges Nachdenken. Sie ist ein Überlebensmechanismus, der auf Hochtouren läuft.

Irgendwann – oft schon sehr früh – hat das Nervensystem gelernt, dass es riskant ist, die Aufmerksamkeit zu verlieren. Also antizipiert es alles. Es scannt alles. Es plant alles. Das Problem ist, dass es nie gelernt hat, damit aufzuhören.

In der Praxis beobachtet man immer denselben Mechanismus: Das Gehirn verwechselt die Möglichkeit einer Gefahr mit ihrer tatsächlichen Präsenz. Wie ein Navigationsgerät, das ständig einen Unfall neu berechnet, der nie passiert.

Die Symptome werden dann zu Warnleuchten auf dem Armaturenbrett:

  • Gedanken, die sich im Kreis drehen
  • angespannte Muskeln
  • Winterschlaf
  • diffuses Gefühl, dass „es passieren wird“

Die Ausbildung zum Therapeuten hat mir eine wichtige Sache beigebracht: Wenn man Angst nur mit dem Kopf liest, verpasst man, was unter der Oberfläche vor sich geht.

Wenn Sie unter diffuser Angst und ständiger Alarmbereitschaft leiden, kann ein erstes Gespräch Aufschluss darüber geben, ob EMDR per Videokonferenz für Sie geeignet ist.

Die Rolle von EMDR bei der Verringerung von Angstzuständen

Das Räderwerk in Gang bringen, statt auf Ruhe zu drängen

EMDR versucht nicht, den Schnellkochtopf zu beruhigen, indem es darauf drückt. Es versucht, das Ventil zu befreien.

Bei generalisierter Angst arbeitet man nicht gegen die Angst, sondern mit dem, was sie ungeschickt zu schützen versucht. EMDR wirkt dort, wo sich die Angst eingeprägt hat: in den Reflexen, nicht in den Überlegungen.

Die Arbeit besteht dann darin:

  • die Zahnräder zu erkennen, die sich in der Gegenwart wieder in Bewegung setzen
  • die alten Überlebens-Einstellungen identifizieren
  • die Erinnerungen, die den Druck aufrechterhalten, erneut verarbeiten

Diese Arbeit wird durch den Kontakt mit der Praxis und die klinische Analyse ständig verfeinert. Jede Behandlung wird gleichzeitig zu einem Ort der Beobachtung und der Anpassung der Karte.

Punkt B wird nicht erzwungen. Die Keile, die Punkt A blockieren, werden entfernt.

EMDR per Videokonferenz: ein klinisches Kontrollzentrum, keine Notlösung

Die EMDR-Fernberatung wird oft als Kompromiss angesehen. In meiner Praxis ist sie eher ein fortschrittlicher Kontrollraum.

Bei der Videokonferenz arbeiten wir direkt im Haus des Patienten, dort, wo der Alarm tatsächlich ausgelöst wird. Nicht an der Türschwelle. Nicht in einer neutralen Umgebung. Das Nervensystem spielt keine Rolle. Es ist bereits zu Hause.

Dieser Rahmen ermöglicht eine genaue Beobachtung:

  • Mikroreaktionen des Körpers
  • Emotionale Anpassungen in Echtzeit
  • spontane Regulationsreaktionen

Diese Präzision ermöglicht eine solide und angepasste EMDR-Arbeit per Videokonferenz, auch im Rahmen einer internationalen Betreuung.

Beispiel für internationale Begleitung: Wenn der Himmel seit der Kindheit bewölkt bleibt

Ich begleite beispielsweise eine norwegische Patientin per Videokonferenz mit EMDR, die seit ihrer Kindheit unter generalisierten Angstzuständen leidet. Kein offener Sturm. Kein spektakuläres Ereignis. Nur ein permanent grauer Himmel mit der Gewissheit, dass irgendwann schlechtes Wetter aufziehen wird.

Seine Worte waren einfach:

„Ich weiß nicht was… aber ich weiß, dass es passieren wird.“

Bei diesem Profiltyp ist die Angst wie eine stationäre Gewitterwolke. Es regnet nicht immer. Aber der Himmel klart nie auf.

Die Arbeit erfolgte nicht anhand von Drehbüchern, sondern aufgrund des inneren Drucks: Warten, Anspannung, Vorfreude.

Diese klinische Interpretation ermöglicht es, nicht voreilig Schlussfolgerungen zu ziehen und genau ins Schwarze zu treffen.

Die Lösung? Die Angst entfalten, anstatt ihr frontal entgegenzutreten

Angesichts dieser alten Ängste ist der Versuch, zu beruhigen, so, als würde man bei einem Feueralarm „alles ist gut“ rufen. Er versteht die Sprache nicht.

Die EMDR-Arbeit besteht darin, die Angst Schicht für Schicht zu entfalten, so wie man einen alten Mechanismus zerlegt, um zu verstehen, warum er immer noch außer Kontrolle gerät.

Man kann Angst nicht beseitigen. Man kann ihr nur ihren Platz an der Macht nehmen.

Die erste Sitzung vorbereiten

Bei einem Schnellkochtopf, der seit Jahren unter Druck steht, ist Brutalität ein Fehler. Rhythmus ist ein therapeutisches Mittel.

Die erste Sitzung dient dazu:

  • die Kreisläufe der Angst kartografieren
  • Auslöser erkennen
  • Stützen anbringen

Man öffnet das Ventil nicht auf einmal. Man bringt dem System bei, dass es ohne Gefahr wieder herunterfahren kann.

Schlussfolgerung

Wenn das System aufhört, Wolken und Stürme zu verwechseln

EMDR per Videokonferenz ermöglicht es, generalisierte Angstzustände dort zu behandeln, wo sie tatsächlich auftreten: in den Überlebensmechanismen. Aber erst die permanente Verbindung zwischen Praxis, Ausbildung und Forschung ermöglicht es, weiter, genauer und nachhaltiger voranzukommen.

Wenn das Nervensystem endlich versteht, dass die Wolke nicht der Sturm ist, kann der Alarm ausgeschaltet werden. Und die Ruhe ist kein Kampf mehr, sondern ein wiedergefundener Grundzustand.

Möchten Sie herausfinden, ob EMDR per Videokonferenz für Sie geeignet ist? Lassen Sie uns gemeinsam eine erste Zeit des Austauschs nehmen.


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